Wie einfallsreich und farbenprächtig die Kunst behinderter Menschen ist, zeigt der Kalender 2009 der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Auf jedem der zwölf Kalenderblätter sind drei Kunstwerke abgedruckt – insgesamt je 18 von behinderten und 18 von Schülern, die am Jugendwettbewerb teilgenommen haben.
Buntgepunktete Schmetterlinge auf farbenfrohen Blümchen zieren das Titelblatt des Kalenders – das Bild von Jürgen Thönnes, einem behinderten Mann, der in den Westeifel Werken (WEW) arbeitet und an der Maltherapie teilnimmt. Unter Anleitung des Therapeuten und Malers Walter Wilde greift er zu Pinsel und Stift und lässt seiner Phantasie freien Lauf. „Kunst wischt Staub von der Seele“, zitiert Walter Wilde Pablo Picasso,“ die Bilder in diesem Kalender zeigen die offene Liebe zum Leben, ohne Probleme und drücken diese mit Symbolen aus: Schmetterlinge, Sonne, blauer Himmel. Wir leben in einer Zeit, in der uns viele Probleme treffen, wir brauchen eine solche positive Aussage.“
Auch Landrat Roger Graef ist davon überzeugt, dass der Integrationsgedanke hervorragend durch den Kalender transportiert wird. Seine Begrüßungsworte an die Repräsentanten von Volksbanken, Raiffeisenbanken und Westeifelwerke lobten das Projekt: „Es passt wunderbar, dass gerade die Volksbanken und Raiffeisenbanken diesen Kalender herausgeben. Behinderte Menschen sind in unserem Landkreis so integriert, wie es nicht überall üblich ist. Das Kalenderprojekt trägt dazu bei.“
Auch WEW-Geschäftsführer Ferdinand Niesen lobte bei der offiziellen Präsentation in der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm die Idee des Kalenders: „Dieses Projekt ist nicht selbstverständlich. Es würdigt in großem Umfang die Leistungen behinderter Menschen und unterstützt unseren Integrationsgedanken. Viele große und kleine Bemühungen tragen dazu bei. Wertvoll ist anhaltende Förderung wie dieser Kalender, der schon zum siebten Mal erscheint. Für behinderte Menschen ist es ein ganz großes Ereignis, wenn ihr Bild so populär veröffentlicht wird, wenn sie darauf angesprochen werden, wenn darüber geredet wird. Wir möchten uns bei jedem herzlich bedanken, der mitgewirkt hat. Besonders bedanken wir uns für das Engagement der Volksbanken und Raiffeisenbanken.“
Der Kalender ist nicht allein ein Integrationskalender sondern auch ein Terminplaner. Mit reichlich Platz für persönliche Termineinträge bringt er Ordnung ins tägliche Geschäft. Im kommenden Jahr werden die Kalender viele Büros oder Wohnungen schmücken und so den Alltag verschönern, da ist sich Rainer Berlingen, Vorstandsmitglied der Volksbank Eifel Mitte und Bankleitersprecher für die Genossenschaftsbanken der Region, sicher. Schon seit Wochen wird in den Bankstellen nach dem neuen Kalender gefragt. 20.000 der begehrten Terminplaner liegen bereit. „Gerne werden wir diese Zusammenarbeit mit den Westeifelwerken fortsetzen“, kündigt Berlingen an und überreicht eine Spende von 1.000 Euro “für neue Farbe, neue Leinwände als Grundlage für neue Kunstwerke“.
Aus der Idee ist schon Tradition geworden: Bereits zum siebten Mal geben die Volksbank Eifel Mitte, die Volksbank Bitburg, die Raiffeisenbank Westeifel, die Raiffeisenbank östliche Südeifel und die Raiffeisenbank Irrel gemeinsam mit den Westeifel Werken diesen Jahreskalender heraus. Den Kalender gibt es jetzt bei den Geschäftsstellen der Banken.
Foto: Landrat Graef mit Repräsentanten der Volksbanken und Raiffeisenbanken, der Westeifelwerke, mit Jürgen Thönnes, der das Titelbild malte und Heinz Peter Hahn: „Der November, das ist mein Monat im Kalender“.